Die Eurasier Idee - Geschichte des Eurasiers


Familie Wipfel, Weinheim, wollte sich Mitte der fünfziger Jahre ihren ganz persönlich passenden Familienhund erzüchten. Nach den Erfahrungen mit ihrem geliebten "Kanadier" (einem intelligenten, aber nicht ganz ungefährlichen Wachhund) sollte es etwas ganz Spezielles sein, das so nicht zu finden war. So kam die Familie Wipfel zum Wolfsspitz.

Julius Wipfel las sehr viel "Kynologisches" und begeisterte sich natürlich für die Veröffentlichungen von Konrad Lorenz. Sie faszinierten ihn auf besondere Weise, da er hier seine eigenen Vorstellungen vom idealen Hund eindrücklich formuliert fand:



"Nicht nur durch Zufall stieß ich auf die 'Lorenz-Literatur'. Seine Zufallskreuzung Chow-Schäferhund machten mich hellhörig, die Beschreibung des wunderbaren Wesens der Chow-Abkömmlinge begeisterte mich sofort".

(J.Wipfel)

Die Rasse Eurasier entstand 1960 durch die gezielte Kreuzung von Wolfsspitz Hündinnen und Chow-Chow Rüden, um einen ganz besonderen Familienhund zu erzüchten.

Julius Wipfel bereitete sein Zuchtvorhaben gut vor. Inspiriert vom Lorenz'schen Beispiel, sollten durch eine Verpaarung von Chow-Chow und Wolfsspitz, zwei sehr alten ursprünglichen Rassen, deren beste Eigenschaften sich in einer neuen Rasse, dem Wolf-Chow, wieder finden.

1973 wurde dann noch ein Samojede (russischer Schlittenhund) eingekreuzt und die neue Rasse umbenannt in Eurasier.

Standard FCI Nr. 291:
Ursprung: Deutschland.
Datum der Publikation des gültigen Original-Standardes: 06.01.1994.
Verwendung: Begleithund.
Klassifikation FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 5 Asiatische Spitze und verwandte Rassen.
Ohne Arbeitsprüfung.


Die Eurasier-Idee :


war immer untrennbar mit dem guten Wesen der zu schaffenden neuen Rasse verbunden. Schon nach den ersten 10 Jahren formulierte Julius Wipfel die Grundzüge des erstrebten, in großen Teilen auch bereits erreichten Wesens der Rasse (damals noch Wolf-Chow).

Das Wesen des Eurasiers:


- ein einmaliger Resonanzhund, der sich leicht in alle häuslichen Verhältnisse einfindet

- aufgeschlossen, liebt die ganze Familie, duldet in der Familie gehaltene Haustiere

- ist sensibel, braucht Anschluss an den Herrn und seinen Anhang 

- ist hochintelligent und verträgt keine Dressur oder Zwingerhaltung

- ist ein hausgebundener Hund ohne ausgeprägten Jagdtrieb, kein Kläffer, trotz einmaliger Wachsamkeit



(nach Julius Wipfel, Eurasier - Entstehung, Entwicklung, Gegenwart, S. 104)